Durch selbständiges Handeln erfahren die Pferde ein Wirken.




«Wenn du deiner Intuition folgst, bekommt „loslassen“ eine ganz neue Bedeutung.»

Caroline Raimondi



Die «Psychomotorik pro Pferd» ist eine Therapie, bei der 100%-ig auf das Tier eingegangen wird. Das Pferd findet spielerisch zu seinem ursprünglichen Bewusstsein zurück. Parallel steigert sich die Wahrnehmung beider Beteiligten, Achtsamkeit ist ein großer Bestandteil davon.

In der folgenden Zeichnung habe ich versucht, die «Psychomotorik pro Pferd» bildlich darzustellen. Der Baum des Lebens soll das Wachstum und die Zusammengehörigkeit von Körper und Seele darstellen. Dieser Baum verändert sich stetig, in seinem eigenen Tempo bleibt niemals gleich, wenn man ihn nicht in eine Form zwingt. Seine Äste reichen bis in den Himmel und seine Wurzeln können sich fest und stark mit der Erde verbinden.

In erster Linie geht es darum, die Pferdeseele mit dem Pferdekörper zu verbinden. Ich glaube fest daran, dass wir unsere lieben Vierbeiner unterschätzen. Je mehr eigen Verantwortung wir den Pferden übertragen, desto gesünder und glücklicher können sie werden. Sie gewinnen durch selbständiges Handeln an Stärke, Lebenskraft und Selbstbewusstsein. Die Motivation an den Bewegungen bleibt erhalten oder wird sogar gesteigert, dank besserem Körpergefühl und Gleichgewicht.

Unsere domestizierten Pferde haben oft zu wenig Platz um sich eigenständig und vor allem artgerecht zu bewegen. Außerhalb ihrer vier Wände bestimmt der Mensch wie das Tier sich verhalten sollen. Die Natürlichkeit schwindet. Irgendwann hat das Tier dann die «Freiheit» und die «Wildheit» sichtlich verloren. Sie stolpern über ihre eigenen Füße, werden dafür noch gemaßregelt und dann erst recht Schritt für Schritt dirigiert und gesteuert. Manchmal versucht das Pferd seine Natürlichkeit zu verteidigen, dann wird die Schraube noch enger zugezogen, was dem Pferd noch den letzten Funken an Lebensfreude raubt.

Wir Menschen meinen zu wissen, wie sich ein Pferd optimal bewegen sollte, damit es gesund und stark bleibt. Das Tier muss lernen im Kreis zu laufen, seine natürliche Vorderhandlastigkeit aufgeben und sich dabei noch ausbalancieren und wir sagen ihm wie es das machen soll. Ist dies wirklich der richtige Weg? Von außen betrachten wir die Bewegungen und die Muskulatur, kritisieren jeden falschen Tritt, ohne zu wissen warum dieser Tritt vom Pferd genauso ausgeführt wurde.




«Vom Pferd gezeigte, intrinsisch-basierende Bewegungen, stoßen manchmal, bei «reitenden» Personen auf Unverständnis. Denn sie unterscheiden sich oftmals stark von den sonst üblichen, angestrebten Bewegungsabläufen. Gelingt es aber, diese gezeigten Bewegungen nicht zu bewerten oder zu analysieren, ändert sich schlagartig die Perspektive. Plötzlich wird klar, dass es nicht um das «Wie» geht. Es geht lediglich um den Moment. Innere, festsitzende Ängste fallen ab, und der Augenblick rückt ins Zentrum.

Das einzige was du dann noch wahrnimmst, ist die ehrliche, authentische Beschaffenheit der sichtbar gemachten Energie.»

Caroline Raimondi



Wie wir Menschen, besitzt auch das Pferd ein eingebautes Warnsystem, welches den Körper vor Verletzungen schützen soll. Durch Schmerzen wird der Körper darauf aufmerksam gemacht, dass diese Haltung/Bewegung für einen Bereich seines Körpers ungesund oder sogar gefährlich sein könnte. Der Körper schützt sich vor Verletzungen. Nun hat der Mensch aber ein festes Bild, wie das Pferd sich bewegen muss, die Kopf-Hals-Position wird vorgegeben, Tempo und Gangart werden festgelegt, Schrittlänge ganz klar definiert. Führt das Pferd die verlangten Bewegungen falsch aus, eben weil der Körper sich schützt, wird die Übung immer und immer wiederholt. Auch wenn das ohne Gewalt geschieht, schlussendlich wird es trotzdem zum Zwang. Das kann auf die Dauer nicht gut kommen. Es entsteht ein innerer Kampf, welcher das Pferd langfristig nicht gewinnen kann. Wenn nicht schon früher, ist dies dann der Moment, wo Körper und Seele getrennte Wege gehen müssen.

Pferde versuchen steht’s ihr Bestmögliches zu geben, alle Pferde tun das, wenn man sie lässt. Dazu muss man ihnen aber Entscheidungsfreiheit und Eigenverantwortung zu gestehen. In dem man dem Tier die Möglichkeit bietet, selbständig heraus zu finden, wie es am besten auf einem Kreis geht, läuft man nicht in die Gefahr, den Körper zu überreizen oder die Psyche zu unterdrücken. Wer nicht daran glaubt, dass das funktioniert, sollte mal Jungtiere beim Spielen beobachten. Man wird schnell feststellen, dass sie sehr wohl wissen wie man sich setzt, Galoppwechsel springt oder einen ausdrucksvollen Trab hinlegt.

Allem voran müssen wir dem Pferd die Möglichkeit bieten, sich täglich frei, auf großen Flächen zu bewegen, am besten mit Artgenossen zusammen auf der Wiese. Dies gehört zu den Grundbedürfnissen eines Pferdes. Parallel dazu bietet die «Psychomotorik pro Pferd» dem Pferd eine Möglichkeit, seinen Körper im Beisein des Menschen zu entspannen, ins Gleichgewicht zu bringen und zu stärken. Mit Entspannungsübungen werden Körper und Seele zusammengeführt, dadurch kann alles bewusst, aus dem Innern heraus entstehen. Oder man lässt das Pferd über Bewegungen seine innere Ruhe finden, nicht alle entspannen sich gleich schnell oder benötigen einen unbeweglichen Rahmen. Schlussendlich bestimmten die innere Stille und die Zufriedenheit, sie sind die Ausgangsbasis der körperlichen Schönheit und des Wohlbefindens.

Die innere Ruhe und der innere Frieden müssen das zwingende Zentrum jedes Augenblicks sein. Mit Hilfe des Clickers und Futterlob, ist jedes Pferd bereit, sich auf seinen Menschen einzulassen. Die Pferde reagieren sehr wundervoll darauf, so clicke ich nicht mehr nur äußerliche Veränderungen, sondern vor allem die aufkommenden Gefühle. Gefühle, welche ich fördern will belohne ich und alle andern werden ignoriert. Ich habe mit Pferden zu tun, welche mit sehr viel Frust und Wut zu kämpfen haben, Pferde, die mir drohen, angriffslustig entgegenspringen, mich auf Abstand halten und Anfangs null Interesse an einer Zusammenarbeit zeigen. Durch gemeinsames Entspannen finden die Tiere zu immer mehr Ruhe und ich kann dieses erreichte Gefühl mit dem Clicker verstärken.

Ich treibe nicht, zwinge nicht oder forciere keine Abhandlungen, die das Pferd nicht eigenständig ausführen möchte. Ich biete Vorschläge und Ideen, offeriere dem Pferd schöne Momente und bekomme so unglaublich viel Motivation und Zuneigung zurück. Auch «Burnout» Pferd treffe ich sehr oft, Tiere die sich so stark in ihr Inneres zurück gezogen haben und keinen positiven Nutzen mehr im Beisein des Menschen erkennen können. Sie sind körperlich wie auch seelisch ausgebrannt und absolut energielos. Bei diesen Pferden fördere ich die innere Stärke, belohne manchmal sogar Zorn und Wut, damit sie erkennen, dass sie ihre Gefühle durchaus nach Außen transportieren dürfen. Manchmal ist die geladene Energie die einzige, die sie zu diesem Zeitpunkt mobilisieren können. Diese verändert sich aber zusehend in wohlwollendes Handeln.

Mit der «Psychomotorik pro Pferd» spreche zuerst die Seele an, biete dem Tier die Möglichkeit, durch Entspannung und Vertrauen eigenständig, körperliche Regeneration in Gang zu setzen. Das Pferd kann innere Blockaden überwinden, erfährt Genesung und findet so wieder in das freudige, bewegte Tun zurück. Durch das Spiegeln ihrer Bewegungen kann ich eine körperliche und emotionale Verbindung herstellen. Auf diesem Weg öffnet sich mir das Pferd Schritt für Schritt und erkennt sich selber gleichsam wieder. Mit Hilfe von einzelnen Übungen, wie zum Beispiel dem Kernstabilisator, entwickelt das Pferd körperliche Stärke, es balanciert sich aus, fühlt sich geerdet, kraftvoll und ganz. Das Tier nimmt sich bewusst war. Dann ist es nur eine Frage der Zeit, bis der Geist diesem Gefühl folgt. Hat das Pferd diese Hürde überwunden, folgt es mir freudig und mit viel Lebensenergie überall hin.





«Je mehr Raum du mir gewährst desto näher werde ich dir sein. Je weniger du mich an dich bindest desto mehr werde ich mich dir zuwenden. Je mehr Selbstbestimmung du mir zusprichst, desto häufiger werde ich dich um Rat fragen. Deine Fähigkeit mir zu vertrauen, werde ich dir tausendfach spiegeln. Denn nicht ich als Pferd muss zu meinem Herzen finden, sondern du als Mensch.»

Caroline Raimondi - Pferd





Preise:



Psychomotorik pro Pferd - «loslassen»

(Das Pferd lernt sich zu entspannen. Es entsteht ein seelisches und körperliches Gleichgewicht. In Kombination mit der MHP-Therapie.)


Psychomotorik pro Pferd - «energie und potential»

(Das Pferd geht eigenständig seine «Schwächen» an. Es entsteht eine körperliche und seelische Stärke.)


Preise exklusiv Wegspesen.
(ab 19 Km Distanz werden 0.90 CHF/ Km verrechnet.)

30 min CHF 60.-
50 min CHF 100.-





Dieser Araber-Wallach übt seit langer Zeit den Kernstabilisator. Anfangs hebte er nur ein Vorderbein oder machte einen Schritt rückwärts. Die Besitzerin hatte genug Geduld, gab nicht auf und liess ihn seinen Körper eigenständig reorganisieren. Sehr eindrücklich zu sehen, wie er „früheres Festhalten“ nun los lässt, die Stabilität gerät dadurch ganz schön ins Wanken. Er steuert einzelne Muskeln bewusst an, versucht sie aufeinander abzustimmen, nur gelingt es ihm noch nicht immer. Dabei fühlt er sichtlich in sich hinein, ein Lösungsprozess findet statt. Ich gehe davon aus, dass er aktiv versucht seinen Brustkorb anzuheben. Ganz wundervoll und eindrücklich.
(Er bewegt sich sonst gut, diese Stabilitätsverlust-erscheinungen treten nur beim üben des Kernstabilisators auf.)





Heilung darf geschehen sobald man loslässt 🙏🏻❤️
Von statisch-fest-schwer zu dynamisch-weich-leicht.



«Wir sollten Pferde nicht auf ihren Körper reduzieren. Das Innenleben eines jeden Lebewesens macht seine Existenz aus. Legst Du deine Schwerpunkte auf die Psyche, wird der Körper zwangsläufig mitgehen. Legst du deinen Fokus auf den Körper, kann es passieren dass sich dein Pferd innerlich von dir abwendet.»

Caroline Raimondi